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„Lebensreise“

Konzert: Fr., 22.1.2010 - Beginn 20.00 Uhr

Damaris Härtl (Tanz) & Dr. Jim Franklin (Shakuhachi/japanische Bambusflöte)
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In ihrer neuen gemeinsamen Performance stellen Damaris Härtl und Jim Franklin vier Szenen einer Lebensreise in Bewegung und Ton dar. Die Themenfolge von „Geburt“, „Erforschung des Raumes“, „Wasser als Lebensfluss“ und „Tod“ bietet eine Grundstruktur, die in wechselseitiger Improvisation ausgefüllt wird.


Damaris Härtl setzt ihre eigene Körpersprache ein, die sie auf ihrem tänzerisch-choreografischen Weg entwickelte und interpretiert die Themen des Abends aus verschiedenen Perspektiven. Jim Franklin begleitet ihre Bewegungen mit der Shakuhachi (der japanischen Bambusflöte), klassisch/traditionell sowie modern gespielt, und auch mit Live-Elektronik nachbearbeitet.


Der Butoh-Tanz entwickelte sich aus der Essenz japanischer Theatertradition zu einer expressiven zeitgenössischen Tanzform.
Die Shakuhachi ist die traditionelle, sehr einfach gebaute Bambusflöte Japans. In der Musik der Shakuhachi entsteht innerhalb dieser Einfach-heit eine Lebendigkeit, die in eine tiefe Zentriertheit und Stille mündet.

Franklin Haertl

Das Stück entstand durch freies, assoziatives Zusammenspiel, das im Laufe der Proben verfeinert und präzisiert wurde. Die improvisatorische Freiheit innerhalb der Struktur bedingt, dass jede Performance ihre eigene Dynamik und Entwicklung erfährt; sie lässt jedoch eine Annäherung zwischen den Kunstformen zu, und verleiht dem Stück trotzdem eine Erkennbarkeit als bestehendes Werk. Das Ergebnis spricht von urmenschlichen und archetypischen Lebenserfahrungen, die durch Ton und Körperbewegung zum tiefgründigen Erlebnis werden.

Der Australier Jim Franklin ist Shihan, Meister der japanischen Bambusflöte Shakuhachi. Er studierte zunächst Komposition und Musikwissenschaft in Australien, Deutschland und Holland. Während des Studiums begegnete er der Shakuhachi und wurde von ihr fasziniert.
Nach Studium des Instruments in Australien bei Dr. Riley Lee und in Japan bei Furuya Teruo und Yokoyama Katsuya, erhielt er 1996 von Yokoyamasensei den Titel Shihan (Meister) und somit die Lehr- und Konzertbefugnis. Schwerpunkt beim Shakuhachi-Studium bildeten die Honkyoku, die meditativen Urstücke aus dem Umfeld des Zen-Buddhismus. Somit schließt sich die Shakuhachi an Franklins langjährige Auseinandersetzung mit dem Zen-Buddhismus an, hauptsächlich als Schüler von Robert Aitken, Rōshi. Als Komponist ist Franklin auch im Bereich der zeitgenössischen und der elektro-akustischen Musik tätig. Er komponiert für Shakuhachi solo sowie in Kombination mit anderen Instrumenten und tritt bei Projekten mit Shakuhachi und Live-Elektronik auf, oft in Verbindung mit Tanz und Videokunst.


Damaris Härtl setzte sich zunächst mit verschiedenen Tanzrichtungen wie Modern Dance, New Dance und Dance Action Theatre auseinander. Bereits 1993 begegnete sie dem Butoh-Tänzer Mitsutaka Ishii und vertiefte diesen Weg. Es folgten weitere Begegnungen u.a. mit Mitsuru Sasaki, Yumiko Yoshioka und Diego Pinon. Seit 1997 tritt sie regelmäßig als Performance-Künstlerin auf, als Solistin und auch in Zusammenarbeit mit verschiedenen Künstlern. Seit 2003 leitet sie eigene Workshops und ist als Dozentin im T-Haus Heidelberg tätig. 2004 hörte sie Jim Franklins Shakuhachi-Spiel in einem Konzert und war tief beeindruckt. Daraus entwickelte sich die Zusammenarbeit für gemeinsame Projekte. 2007 absolvierte sie eine Ausbildung zur Körpertherapeutin.

Veranstaltungsort:
Hörsaal des Instituts für Medizinische Psychologie
an der Universitätsklinik Heidelberg,
Bergheimerstr. 20, 69120 Heidelberg, linker Eingang (Nähe Bismarckplatz)

Eintritt:
Konzert: 16 € / erm. 13 € (mit Nachweis)
Karten erhalten Sie nur an der Abendkasse. Es ist keine Platzreservierung erforderlich.